Wie immer ist man auf der Suche nach einem guten Thema für das Weblog. Ich dachte, ich schaue mir mal die Aktienkursentwicklung der Onlinestellenmärkte an und beginne mit Monster.com. Als Google-Fan schaue ich natürlich erst mal bei Google-Finance nach einem geeigneten Chart, hier ist es:
Man sieht deutlich das Allzeithoch Anfang 2000 mit 91 US-$ per Share, wo auch der damalige deutsche NEMAX sein Allzeithoch der New-Economy hatte. Dazu passte der Börsengang der Jobs & Adverts AG mit jobpilot.de am 1. April 2000. Der Markt, insbesondere in den USA, ist derzeit hart umkämpft. Mit Yahoos HotJobs und Gannetts Careerbuilder waren einige gute Wettbewerber auf dem Markt, dem Experten sowieso keine große Entwicklung mehr prophezeien. Hotjobs wurde übrigens von Monster aufgekauft, siehe meine Meldung vom 04.02.2010. Der Aktienkurs Monsters stand mit Börsenschluss gestern bei 14,74 US-$ und somit fast 84 % unterhalb des Allzeithochs von März 2000.
Wie schwierig die Marktvolatilität auf Recruiting-Anbieter schlägt, ist allgemein bekannt. Die Herausforderung liegt in einem nachhaltigen Service, der sich allerdings nur in wirtschaftlichen Wachstumsphasen finanzieren lässt. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten kommen dann schnell Entlassungen als probates Mittel der Liquiditätssicherung zur Sprache. Monster vermeldete am 22. Februar 2010 die Entlassung von 200 Jobs, dies entsprach 3,5 % der gesamten Workforce (Meldung Yahoo Finance).
Im Grunde glaube ich, dass der Markt der Online-Stellenausschreibungen sich nicht mehr wesentlich verändern wird. Neue Möglichkeiten werden hinzukommen und Marktanteile werden sich dadurch verschieben, aber alles in allem ist die Ausschreibung von Stellenanzeigen eine fest etablierte Größe und allgemein akzeptiert. Ob durch Google, Facebook und xing.com noch erdrutschartige Bedeutungsverschiebungen folgen werden, glaube ich nicht.
Nun der nächste Beitrag in aller Kürze. Auf der Website der Wirtschaftswoche ist eine interessante Übersicht über die verschiedenen Social-Media-Strategien veröffentlicht:
21 der befragten Unternehmen sind auf Twitter.com aktiv. 17 der befragten Konzerne haben auf Facebook eine Präsenz. 16 Konzerne sind auf Youtube online. Nur 5 der befragten Unternehmen sind weder auf der einen, noch auf der anderen Plattform und nutzen ergo keine sozialen Netzwerken, darunter sind die Commerzbank und der Rohstoffkonzern K+S. Bei der Commerzbank wundere ich mich, denn sie sind auf Facebook mit einer eigenen Fanseite online, dies allerdings wohl erst seit kurzem. Die Commerzbank-Fanseite unter http://www.facebook.com/commerzbankcareer ist Karriere-orientiert ausgerichtet und existiert mit 300 Fans (Stand heute um 10:04 Uhr, ich bin Fan Nr. 300) erst seit Anfang April 2010.
Das sind alles in allem keine besonders erquickende Fakten. Sprechen wir mal rein aus der Recruiting-Perspektive. Heute in den Kommunikationskanälen der eigenen Zielgruppe nicht präsent und mehr oder minder aktiv zu sein, ist eine grobe Unzulänglichkeit. Im harten Wettbewerb um die richtigen Talente kann eine Nasenlänge voraus den entscheidenden Faktor ausmachen, weshalb sich ein Berufseinsteiger für oder gegen ein Unternehmen ausspricht.
Eine gute Übersicht über die aktuell in Deutschland präsenten Fanseiten auf Facebook gibt es bei Bernd Schmitz in seiner Aufstellung der Fanpages.