19. August 2010
Das Geschäftsjahr 2008 der SPD-Medienholding, oder besser gesagt der “Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft mbH”, war noch als sehr gut zu beschreiben und wies einen Bilanzgewinn aus.
Mein Beitrag dazu: SPD-Medienholding: 9 Mio. EUR Bilanzgewinn für die SPD im Jahr 2008
Nun ist im Horizont von ganz anderen Tönen zu lesen. Der Geschäftsführer der Medienholding, Herr Jens Berendsen, will aktuell am Personal sparen. Die SPD, die als Mehrheitseigner 100 % der Anteile hält, ist bei den Schlagworten “Personalabbau” eine der ersten auf den Barrikaden. Bin mal gespannt, mit welchem Engagement sich die SPD gegen die Pläne ihres Geschäftsführers bei der Tochter stemmt.
Unbestreitbar ist, dass die Verlage durch das veränderte Medienkonsumverhalten nachhaltig in ihrer Wirtschaftlichkeit beeinträchtigt sind. Die SPD-Medienholding in Persona Herr Berendsen, fordert nun, “die Personalkosten strukturell auf den Prüfstand zu stellen”. Der im Horizont gewählte Duktus passt allerdings bei aller wirtschaftlich eventuell notwendigen Anpassung wirklich nicht zur SPD. Zu lesen ist von “problematischen Ausgaben für Mitarbeiter”. Eine Aussage, wie man sie in derart kühlem Duktus eher von Strukturberatungen kennt.
Nachzulesen ist dies im Horizont, Ausgabe 33/2010, Seite 1.
Beste Grüße
Ihr Marcus Reif
23. Juni 2009
Wollte im Grunde schon immer mal was zur SPD-Medienholding schreiben. Das ist zwar sehr vulgo, denn genau heißt diese Institution “Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft mbH”. Bekannt geworden ist sie für mich aus der damaligen Rettungsaktion der Frankfurter Rundschau. Die bekanntesten Beteiligung der SPD sind die Westfälische Rundschau, Neue Westfälische, Öko-Test, Frankenpost, Frankfurter Rundschau und Hit-Radio FFH. Da kann man durchaus mal die Zunge schnalzen lassen. Da bekommt die “unabhängige Zeitung” eine ganz andere Bedeutung, was sich bei der Frankfurter Rundschau schon mal deutlich gezeigt hat. Damals, als die Zeitung unter dem Subtitel “Die abhängige Tageszeitung” erschien. Das war am Dienstag, dem 3. August 2004. Als einen Tag später die F.A.Z. titelte: “Woody, der Unglücksrabe“, wusste dann auch die mediale Welt, wem man das in die Schuhe geschoben hatte. Woody Allen war’s! Aber gut, zurück zur Medienholding.
Im Geschäftsjahr 2008 hat die Holding einen Gewinn nach Steuern von 15,5 Millionen Euro erwirtschaftet. Das sind 1,7 Millionen Euro weniger als im Vorjahr (17,2 Mio. Euro). Bereinigt um den 2006er Sondereffekt – nämlich den teilweisen Anteilsverkauf an der Frankfurter Rundschau auf nunmehr 40 % Anteil - liegt das Ergebnis aber leicht oberhalb des Mittels der vergangenen fünf Jahre. Was verdient die SPD an ihren Medienbeteiligungen? Für 2008 werden 11,4 Millionen Euro aus dem Bilanzgewinn 2007 an die SPD ausgeschüttet. Abzüglich Steuern verbucht SPD-Schatzmeisterin Dr. Barbara Hendricks damit unterm Strich einen Liquiditätszufluss von 9,6 Millionen Euro. Für 2009 werden voraussichtlich 9,0 Millionen Euro aus dem Bilanzgewinn 2008 ausgeschüttet. Der erwartete Liquiditätszufluss für die Partei liegt laut DDVG-Schätzung dann bei etwa 8,1 Millionen Euro.
Aber die SPD-Medienholding ergreift noch einige Maßnahmen: bei der “Verlagsgruppe Hof, Coburg, Suhl” beispielsweise seien Restrukturierungsmaßnahmen unabdingbar. Hier werde es 2009 Entlassungen im Bereich Vorstufe geben. Rund ein Viertel der etwa 40 Mitarbeiter soll gehen. Sicherlich auch selten, dass die Genossen solche Maßnahmen ergreifen.
Die Medienholding auf wikipedia.de
Marcus Reif