26. August 2010
Ich hatte dazu am 4. Februar schon etwas gebloggt unter Monster kauf Hotjobs für 225 Mio. US-$ von Yahoo! Nun meldet Monster, dass die Übernahme abgeschlossen ist. Zum 24. August wurde die mit 225 Mio. US-$ quantifizierte Übernahme abgeschlossen und Hotjobs somit Teil des Monster-Konglomerats.
In der Pressemeldung wird zitiert:
According to Monster, the traffic deal combined with its existing worldwide traffic gives it access to some 43 million unique visitors, “88 percent more than the next largest competitor.” That would be CareerBuilder.
Also Teil der Vereinbarung ist die Lieferung der Jobsuche auf Yahoo in Nordamerika für die nächsten drei Jahre. Über das globale Netzwerk hinweg stehen Monster und Yahoo in Verhandlungen, die Traffic-Kooperation über die geografischen Einheiten Europa, Asien und Lateinamerika auszudehnen.
Monster bedient in den USA mehr als 600 wöchentlich oder täglich erscheinende Nachrichtenblätter und arbeitet für 97 % der Unternehmen aus dem Fortune 1000. Weiter wird in der Pressemeldung zitiert:
“We’re selecting the best products from both organizations to deliver effective solutions…” That suggests something more than just migrating customers to Monster may be in the works, though it’s hard to imagine what that might be. Yahoo hasn’t invested much in HotJobs in the last few years, so chances are the “best products” are probably job delivery and distribution tools.
Beste Grüße
Marcus Reif
4. Februar 2010
Lese heute Morgen bei Gerhard Kenk auf crosswater-systems.com, dass Monster den US-Wettbewerber Hotjobs für 225 Mio. US-$ von Yahoo kauft. Dass Monster oder wahlweise Careerjobs auf Akquisetour waren, hatte ich vor zwei Jahren schon geschrieben. Bei einem dieser Verhandlungen durfte ich eine klitzekleine Rolle spielen. Aber dann kam die Finanz- und Wirtschaftskrise, was vorzeitige und risikobehaftete Akquisitionen erst mal aufschob.
Eine Investition in Yahoos Hotjobs ist sicherlich nicht falsch. Vermute, dass vor zwei Jahren für die gleiche Transaktion ein Betrag von weit mehr als 600 Mio. US-$ geflossen wären. Man sieht, dass die Geschäftsmodelle der Onlinestellenmärkte extrem konjunkturabhängig sind. Die Krise führt dies vor Augen, was die negativen Attribute dieser Abhängigkeit direkt einpreist.
Die 225 Mio. US-$ bezahlt Monster in Bar, darüber hinaus wird zwischen Yahoo! und Monster eine über mehrere Jahre dauernde Medienkooperation geschlossen. Hier liefert der neue Eigentümer Monster die Jobsuchmaschine für Yahoo!
Ich erinnere mich gut daran. Zu meiner damaligen Zeit bei der F.A.Z. gab es Verhandlungen und Gezerre, wer Hotjobs kaufen durfte. Gab im Juni 2001 Berichte, ob TMP Worldwide, die damalige Mutter von Monster, Hotjobs für 460 Mio. US-$ kaufen würde. Damals war Hotjobs die Nr. 2 auf dem amerikanischen Markt. Die New-York-Times berichtete dazu und berichtete von 15%iger Personalkürzung bei Hotjobs – Auswirkungen aus der damaligen Krise. Als im Februar 2002 die Übernahme von Hotjobs durch Yahoo! endlich durch war, wurde Daniel Finnegan zum “Senior Vice President” von Yahoo! und zum “Executive Vice President” und Geschäftsführer von HotJobs ernannt. Auch im Januar 2008 wurde spekuliert, ob Rubert Murdoch Hotjobs kauft. Hatte dazu geschrieben:
Neben Murdoch wird auch Yahoo ein Interesse an Monster.com nachgesagt, um sein eigenes Online-Angebot HotJobs zu verstärken. Monster selbst hat sich am Vortag nach einem Bericht von Telecom Paper durch die Übernahme von Affinity Labs verstärkt. Quelle: it-times.de
Gerhard Kenk spricht die richtigen Themen an. Monster übernahm Jobpilot von der damaligen Mutter Adecco und hat bis heute keine konsequente und nachhaltige Strategie. Bis auf den heutigen Tag laufen beide Portale parallel, sogar mit teilweise unterschiedlichen Anzeigen von einzelnen Kunden. In der Regel ist aber aller Content gespiegelt.
Nun sieht man die mangelnde strategische Ausrichtung von Monster mit Jobpilot, weil der Markt Deutschland als speziell gilt. Man könnte vermuten, dass die Amerikaner da weniger lang zögern. Ich bin auf die Entwicklung gespannt.
Beste Grüße
Marcus Reif