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7. Juni 2010

Schwarz-Gelb nivelliert den Bundeshaushalt

Nach eigenen Angaben “wirklich harten Verhandlungen” stellt die Bundesregierung die Sparmaßnahmen vor. 80 Milliarden Euro sollen in den kommenden vier Jahren eingespart werden. Diese Einsparung soll die Neuverschuldungsspirale stoppen.

Hier in Stichpunkten die Maßnahmen:

Generelle Themen

  • keine Mehrwertsteuererhöhung
  • keine Einkommenssteuererhöhung
  • keine Solidaritätszuschlagserhöhung
  • keine Kürzungen bei Bildung, Forschung und Entwicklung

Bis 2014 werden die Subventionen und durch die ökologische Neujustierung 2,5 Mrd. EUR pro Jahr eingespart, beginnend mit 2011. Ein dickerer Brocken ist der steuerliche Ausgleich der Kernenergiewirtschaft mit 2,3 Mrd. EUR jährlich. Aber auch Bahndividende, Beteiligung der Banken an der Finanzkrise sowie Fiskusprivileg im Insolvenzverfahren.  Im Sozialbereich sind die Reduzierungen deutlich zu sehen, aber alle im Bereich der Vernunft. Im Wesentlichen sind dies Einsparungen bei der Bundesagentur für Arbeit sowie beim Bund selbst und Wegfall von Zuschüssen. Beim Bund sollen bis einschließlich 2014 bis zu 15.000 Stellen dauerhaft abgebaut werden. Zudem sollen die Bundesbeamten 2011 auf die geplante Erhöhung des Weihnachtsgeldes verzichten. Dies bedeutet eine Kürzung der Bezüge um 2,5 Prozent.

Die Gesamtsummen bis 2014 sind:

  • Subventionsabbau und ökologische Neujustierung: 9,5 Mrd. EUR
  • Beteiligung von Unternehmen: 19,2 Mrd. EUR
  • Neujustierung von Sozialgesetzen: 30,3 Mrd. EUR
  • Streitkräftereform: 4 Mrd. EUR
  • Einsparungen im Verwaltungsbereich: 13,4 Mrd. EUR
  • weitere Maßnahmen: 5,4 Mrd. EUR
  • in Summe sind dies: 81,6 Mrd. EUR

Also alles in allem sieht das sehr vernünftig aus. Die ersten Reaktionen von links sind schon da und blasen ins gleiche Horn: Die Sparpläne der Bundesregierung stoßen bei der Opposition auf massive Kritik – auch die Gewerkschaften sind empört über das schwarz-gelbe Vorhaben. Ihr Hauptvorwurf: Vermögende würden verschont.

Diese Beschlüsse sind ein wichtiger Anfang. Bei dem einen oder anderen Punkt wird nachzuarbeiten sein, aber starten muss man jetzt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hierzu: “Es sind ernste Zeiten”, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel. “Wir können uns nicht all das, was wir uns wünschen, leisten, wenn wir die Zukunft gestalten wollen.” Das ausgehandelte Sparpaket sei “ein einmaliger Kraftakt”. Es sei eine “durchaus ernste Situation für unser Land”, sagte Merkel. “Aber ich bin optimistisch, dass wir das schaffen können, wenn wir das jetzt auch so umsetzen.”

Beste Grüße

Marcus Reif

5. Juni 2010

Booz & Comp. möchte AT Kearney kaufen – Blick auf die Unternehmensberatungen

Seit langem gab es keine großen Fusionen oder Akquisitionen im Umfeld der Strategieberatung. Die letzte war die Übername der PwC-Beratungssparte durch IBM oder der Zustand, den Oliver Wyman heute erreichte. Zu prosperierend verliefen die Geschäfte, die über Jahre hinweg nur Wachstum kannten. Die Wirtschaftskrise der letzten zwei Jahre zeigt, dass Pyramidenorganisationen, wie Booz und AT Kearney, aber auch McKinsey und die Wirtschaftsprüfer, nur über Wachstum funktionieren. Bleibt das Wachstum aus, gibt es weniger Beförderungen, dadurch weniger Gehaltsanstieg und weniger Karrieremöglichkeiten. Wie nachhaltig dies ist, sieht man an der Darstellung der Recruitingbedarfe.

Unternehmen Einstellungs-bedarf Mitarbeiter, Deutschland
Bain & Company 100 400
Booz & Company 100 595
The Boston Consulting Group GmbH 170 865
Capgemini Consulting 250 1.000
Ernst & Young 1.500 6.500
KPMG 1.400 7.700
McKinsey & Company 170 2.300
PricewaterhouseCoopers AG WPG 1.400 8.400
Roland Berger Strategy Consultants 150 800
Siemens Management Consultants 40 160

Mich freut besonders, dass in der aktuellen Lündendonk-Veröffentlichung (http://www.luenendonk.de) bei den Strategieberatungen auch Accenture erwähnt wird. Bei Lündendonk taucht Accenture bei “IT-Beratungs- und Systemintegrationsanbieter” auf.

Die Lündendonk-Listen gibt es hier:

TOP 25 IT-Beratungs- und Systemintegrations-Unternehmen in Deutschland 2009

TOP 25 der Managementberatungs-Unternehmen in Deutschland 2009

Führende Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs-Gesellschaften in Deutschland 2008

Aber zurück zu Boos und AT Kearney. Falls Booz & Comp. den Mitbewerber AT Kearney übernehmen würde, wäre das neue Unternehmen aus beiden hinter McKinsey und Boston Consulting Group (BCG) zur Nr. 2, weltweit, avanciert. In Deutschland kämen beide Häuser mit dann 456 Mio. Euro Honorarumsatz sogar direkt nach Marktführer McKinsey (über 500 Mio. Euro) auf Platz zwei. “Boos/Kearney” würde BCG und Roland Berger vom Aspekt des Umsatzes her betrachtet überholen. Das ist eine sehr interessante Entwicklung, den bisher hatten die großen 10 eher die kleinen bis ganz kleinen Anbieter übernommen, um z. B. Marktsegmente schneller zu erschließen oder in einem gewissen Fähigkeitenbereich schnell eine relevante Workforce zu erzielen.

In einem Artikel des Handelsblatts erklärt Prof. Dr. Dietmar Fink von der Hochschule Bonn-Rhein Sieg:

Wenn wir auf die Reputation schauen, dann können wir eines ganz klar festhalten: Beide Unternehmen zehren von ihrer Vergangenheit. Zwar gehören Booz und AT Kearney fraglos zu den stärksten Marken auf dem Beratungsmarkt. Das aber vor allem deshalb, weil sie schon immer da waren. Ein wirklich klares Markenprofil besitzen sie beide nicht. Sie gehören einfach aus guter Tradition zu den Besten der Besten. Wenn sie sich nun zusammenschließen, dann müssen sie vor allem darauf achten, diese Tradition nicht aufs Spiel zu setzen. Das Verkehrteste wäre sicherlich, der neuen Firma einen Kunstnamen zu verpassen. Die Marke Booz, Kearney & Company hätte aber gute Chancen, den Nimbus der beiden Firmen in die Zukunft zu tragen.

Sicherlich wird die wirtschaftliche Entwicklung der Märkte und die Möglichkeit für Wachstum noch das einen oder anderen Beratungshaus zu einer Fusion nötigen.

Beste Grüße

Marcus Reif

2. Juni 2010

Antrag der CDU-Fraktion zu den Anwerbeabkommen mit Italien Spanien Griechenland und der Türkei

Die CDU-Fraktion in der Flörsheimer Stadtverordnetenversammlung hat folgenden Antrag gestellt.

Antrag zu den Anwerbeabkommen mit Italien Spanien Griechenland und der Türkei

Uns geht es um die Dokumentation und Würdigung der Abkommen, die durch die Bundesrepublik in der Nachkriegszeit mit mit Griechenland, Italien, Jugoslawien, Marokko, Portugal, Spanien, Türkei und Tunesien geschlossenen wurden. Hierzu ist am heutigen Tag ein guter Artikel im Höchster Kreisblatt erschienen:

Höchster Kreisblatt vom 02.06.2010

Gastarbeiter im Focus

Die Anwerbeabkommen und die damaligen Lebensverhältnisse sollen Themen einer Ausstellung sein: Dies schlagen die Christdemokraten vor.

Flörsheim. Vollmundig hatten es die Christdemokraten bei den Haushaltsberatungen angekündigt, nun liegt ein entsprechender Antrag auf dem Tisch. Die Rede ist von einer Dokumentation in Form einer Ausstellung über die Anwerbung von Gastarbeitern in den fünfziger sowie sechziger Jahren. «Das Zusammenleben mit den ausländischen Mitbürgern funktioniert in Flörsheim gut», stellt der CDU-Partei- und Fraktionschef Marcus Reif den Mainstädtern ein gutes Zeugnis aus.

Verein unterstützt Idee

Bei der Konzeption einer Ausstellung zum Thema «Anwerbeabkommen» sollen die Mitglieder des Heimatvereins gemeinsam mit dem Ausländerbeirat die führende Rolle einnehmen. Wie Marcus Reif dem Höchster Kreisblatt auf Anfrage erklärte, hat der Vorsitzende des Heimatvereins, Dr. Bernd Blisch, für diese Idee bereits Unterstützung signalisiert. Inwieweit in die Dokumentation eventuelle Zeitzeugen eingebunden werden sollen, ist noch nicht bekannt.

Wörtlich heißt es im Antrag der CDU-Fraktion für die Stadtverordnetenversammlung zur «Erstellung einer Dokumentation über die Integration der ausländischen Mitbürger: «Die Stadtverordnetenversammlung beauftragt den Magistrat, gemeinsam mit dem Ausländerbeirat, dem Flörsheimer Heimatverein sowie den Freundeskreisen, ein Konzept zur Würdigung der durch die Bundesrepublik Deutschland mit Griechenland, Italien, Jugoslawien, Marokko, Portugal, Spanien, Türkei und Tunesien geschlossenen Anwerbeabkommen zu erstellen.» Zielsetzung solle eine Ausstellung im Jahr 2011 sein, und zwar im Rahmen der Feiern zum 3. Oktober, «die thematisch auch das sich dann jährende Anwerbeabkommen mit der Türkei» abbilden könne. Der Heimatverein könne diese Ausstellung anschließend quasi federführend übernehmen und der Öffentlichkeit präsentieren.

«Pizza, Döner, Tzatziki»

Die Christdemokraten erinnern in ihrem Antrag an die Nachkriegszeit, als sich die Bundesrepublik zur Schließung der Anwerbeabkommen von Gastarbeitern mit anderen Staaten entschlossen habe. So wurden im Jahr 1955 mit Italien und 1960 mit Spanien sowie Griechenland entsprechende Verträge unterzeichnet. In den Jahren 1963, 1964, 1965 und 1968 folgten dann die Verträge mit Marokko, Portugal, Tunesien und Jugoslawien. Im Jahr 1961 wurde mit der Türkei ein Anwerbeabkommen getroffen. «Die von uns vorgeschlagene Ausstellung könnte viele allgemein interessante Themen bedienen», erklären die Christdemokraten in ihrem Antrag. Interessant seien in diesem Zusammenhang nämlich unter anderem folgende Fragen: Wie habe sich Flörsheim durch den Zuzug der Gastarbeiter verändert? Wann seien die ersten gastronomischen Angebote mit Pizzerien, Döner-Spezialitäten, Tzatziki erfolgt? Wer waren die ersten damals sogenannten Gastarbeiter in Flörsheim? Wie habe sich «aus dem gegenseitigen Miteinander die politische Mitwirkung als Mandatsträger in Stadtverordnetenversammlung, Ausschüssen, Kommissionen und Ausländerbeirat» entwickelt?

Keine Alibi-Veranstaltung

Dass die CDU-Fraktion die Hintergründe der Integration beleuchten lassen möchte, zeigt ein Hinweis in der Begründung des Antrags: «Unbedingt sollte die Ausstellung sich mit der Frage befassen, inwieweit es gelungen ist, unsere ausländischen Mitbürger in das Leben unserer örtlichen Gemeinschaft zu integrieren beziehungsweise inwieweit sie zur Integration bei uns bereit sind.» Eine Alibi-Veranstaltung will die CDU anscheinend nicht. meh


Beste Grüße

Marcus Reif

Download Antrag zur Dokumentation und Würdigung der Anwerbeabkommen:

CDU-Fraktion – Antrag zum Anwerbeabkommen mit Italien Spanien Griechenland und der Türkei

30. Mai 2010

Lena Mayer-Landrut gewinnt den “Eurovision Song Contest” 2010 – und Google wusste es vorher schon

Das ist mehr als beeindruckend. Deutschland gewinnt den Grandprix. Das erste Mal seit 1982. War ein richtig guter Auftritt gestern.

Und das besondere dabei. Der Grand Prix ist ein Spiegelbild der öffentlichen Meinung in den Ländern. Wer könnte also vorher einen guten Riecher haben? Google. Und Google hat übrigens vorhergesehen, dass Lena gewinnen wird. Google stellte das Eurovision-Prognose-Tool zur Verfügung und tippte die Punkteverteilung auf Basis der Suchanfragen. Die Punkte stimmen nicht so ganz genau (246 bekam sie, 303 wurden prognostiziert), die Reihenfolge dann auch nicht mehr. Türkei landete auf Platz 2, Google sah sie eher auf Platz 10. Aber trotzdem interessant, dass Google eine ernstzunehmende Prognose erstellen kann.

Bild ist direkt zum Gadget verlinkt. Wünsche viel Spaß beim Stöbern.

Auch lustig war, dass Spanien seinen Beitrag wiederholen musste. Der Grund war, dass sein Fan sich während des Auftritts in die Choreografie schlich und mittanzte. Da parallel Klitschko boxte, hatte ich mir nicht alle Beiträge angeschaut. Aber YouTube hilft bekanntlich gerne weiter. Hier mal das Bild vom Mützenmann im dunklen T-Shirt:

Beste Grüße

Marcus Reif