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9. Juli 2010

Wie wichtig wird die künftige Namensgebung für die persönliche und virtuelle Identität

Da gibt es spannende Diskussionen. Matthias Horx geht da gerade in eine andere Richtung. Er sagt, dass in fünf bis sechs Jahren kein Mensch mehr bei Facebook ist. Mag sein, sicherlich eine Hypothese, über die man länger philosophieren kann. Aber viel mehr mag ich mich mit dem Gedanken beschäftigen, wie wichtig wird denn künftig eine eindeutige virtuelle Identität zur persönlichen?

Suche ich online nach mir selbst, treffe ich einige Namensvetter. Der eine ist Anwalt, der andere Koch, wieder ein anderer beschäftigt sich mit gebrauchten Fahrzeugteilen. Mein Name ist jetzt nicht übermäßig häufig anzutreffen, sucht man aber nach den gängigen Kombinationen bekannter Vornamen mit den noch gängigeren Nachnamen Müller, Mayer, Schulze usw., sind die Ergebnisse deutlich größer.

Das führt zur These: wenn heute schon viele Personalentscheidungen aufgrund der Online-Reputation beeinflusst werden, muss man a.) von einer größer werdenden Bedeutung ausgehen und b.) wird die Namensgebung der neuen Erdbewohner wichtiger?

In seinem Buch ‘was würde Google tun?’ schreibt der Medienwissenschaftler Jeff Jarvis: “Wenn Sie heutzutage nicht über Google gefunden werden, ist es beinahe so, als existierten Sie gar nicht”. Und das darf gerne etwas enger und präziser formuliert werden, so wie es Tobias Becker auf Spiegel.de tut:

“ohne digitale Identität keine analoge Identität”. “Ich wette”, schreibt Jarvis, “bald geben Eltern ihren Kindern besonders ausgefallene Namen, damit sie bei einer Google-Suche auffallen”

Also wird es noch mehr Jan-Malte Peter Schmidt geben oder ähnlich für heutige Verhältnisse ausgefallene Kombinationen, weil das Google-Ranking wichtiger wird? Interessanter Gedanke …

Beste Grüße

Marcus Reif

1. Juli 2010

Monster.de mit provokativer Werbung

Das war geschickt gemacht von Monster.de. Normalerweise kennt man die so genannte provokative Werbung in unserem Land von Sixt, die dafür bekannt sind, auf Entwicklungen des Zeitgeists direkt Bezug zu nehmen und dies in breitenorientierten Medien. Monster hat die gestrige 14. Bundesversammlung zum Anlass für eine kombinierte Werbung genommen, um Herrn Gauck mitzuteilen, dass er bei Monster einen Job bekommen hätte. Mir fiel diese Werbung gestern Abend auf Spiegel.de auf, ist auch heute noch online (siehe Screenshot).

Monster.de geht das gleiche Risiko mit der situativen Werbung ein, wie Sixt. Nämlich, dass diese Werbung polarisiert und somit neben den hinlänglich bekannten Streuverlusten noch einen Teil der Zielgruppe hat, der das aus ideellen, ideologischen oder kausalen Gründen für untragbare Werbung hält.

Beste Grüße

Marcus Reif

12. Juni 2010

Die deutschen Berufe mit dem größten Ansehen

Ganz aktuell werden in den Medien die aktuellen Ergebnisse der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) veröffentlicht. Die Forscher haben untersucht, was die Bürger über verschiedene Berufe denken und daraus einen Ansehensindex erstellt.

International genießen Feuerwehrmänner das meiste Vertrauen. Einen deutlichen Ansehensverlust mussten Kirchenvertreter und Marketingfachleute hinnehmen. Auch die Politiker büßten nochmals an Vertrauen ein. Deutlich an Reputation gewonnen haben hingegen Polizisten und Richter. Auch die Banker konnten international ihr Image wieder etwas aufpolieren. Dies zeigen die Ergebnisse der in 19 Ländern durchgeführten Studie „GfK-Vertrauensindex 2010“ der GfK Custom Research.

Vertrauen der Deutschen in einzelne Berufsgruppen in Prozent
Berufsgruppe 2009 2010
Feuerwehr 98 97
Ärzte 89 87
Polizisten 88 86
Lehrer 84 85
Postangestellte 86 84
Richter 79 83
Militär 79 82
Umweltschützer 77 76
Rechtsanwälte 72 72
Marktforscher 73 69
Mitarbeiter bei Wohltätigkeitsorganisationen 66 62
Gewerkschafter 59 59
Banker 63 57
Beamte 57 56
Kleriker 72 55
Marketingfachleute 40 43
Journalisten 43 42
Werbefachleute 35 33
Manager 15 17
Politiker 14 14

Quelle: GfK Vertrauensindex Frühjahr 2010, GfK Custom Research

Ich habe dies im Säulendiagramm veranschaulicht:

Den größten Vertrauens- und Ansehensverlust verzeichnen von 2009 auf 2010 die Kleriker. Nach Käßmann und Mixa – exemplarisch genannt für eine Vielzahl an lokalen und überregionalen Geschehnissen – nicht verwunderlich.

Der Rest hält sich eigentlich, so dass man nur von statistischen Ungenauigkeiten und Schwankungen ausgehen kann.

Beste Grüße

Marcus Reif

8. Juni 2010

F.A.Z. leidet unter dem Einbruch des Print-Stellenmarkts im Jahr 2009

Die Frankfurter Allgmeine Zeitung GmbH muss für das vergangenen Jahr ein Defizit in Höhe von 19,8 Mio. EUR verzeichnen. Der Umsatzrückgang um rund 18 Prozent auf 252,4 Millionen Euro resultiert laut eines F.A.Z.-Berichts über die Gesellschafterversammlung vom Montag vor allem der in der Wirtschaftskrise fatal eingebrochene Stellenmarkt für Fach- und Führungskräfte in der Printausgabe. Allerdings rechne die Geschäftsführung mit einer Erholung im 2. Halbjahr.

Das bereits in den Vorjahren vorgenommene und eingeleitete Sparprogramm wird erst im laufenden Jahr seine volle Wirkung und Tragweite entfalten. Zudem entspanne sich die Situation im Anzeigenmarkt und man rechnet mit höheren Werbeeinnahmen und Vertriebserlösen. Die „Dumpingpreispolitik mancher geschwächter Verlage“ bereite jedoch Sorge, so die Erklärung.

Beste Grüße

Marcus Reif