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31. Dezember 2009

2000-2009 – glücklicherweise verpasste Trends …

Lese gerade in der Regionalausgabe der Frankfurter Neuen Presse von den Trends des Jahrzehnts. Einige davon scheinen sich nur auf 2009 zu beziehen, aber das schmälert nicht mein Glück, diese Trends ausgelassen zu haben. Hier ein paar Beispiele:

Ausgelassene Trends:

  • Crocs (diese hässlichen Plastik-Latschen)
  • Bionade (bleibe weiterhin bei Coke Zero)
  • DSDS (werbefinanziertes Proletariats-TV – ohne mich)
  • Molekular-Küche (naja)
  • Nordic-Walking (fühle mich zu jung dafür)
  • Smoothies (nicht meine Konsistenz)
  • World of Warcraft (nicht mein Spiel)

Mitgemachte Trends:

  • Apple iPhone (sensationell)
  • Apps fürs iPhone (Apple macht komplizierte Dinge einfach)
  • Blackberry (bin großer Fan und Nutzer)
  • Google (don’t be evil)
  • Navi (nie mehr ohne)
  • Twitter
  • xing.com (seit 2003 dabei)

Gibt sicherlich eine Menge mehr, aber der Artikel gab nicht mehr Beispiele her ;-)

Beste Grüße

Marcus Reif

30. Dezember 2009

Wie uns John Maynard Keynes durch die Krise führte

Ende 2009 schauen alle auf das zurückliegende Jahr und auf das kommende. 2008 war gekennzeichnet durch eine Finanzkrise, bei der das eine oder andere Finanzinstitut von der Unternehmenslandkarte gefegt wurde. 2009 war das Rezessionsjahr. Die Rezession wurde erstaunlich schnell überwunden. Sämtliche Signale stehen auf Aufschwung. Das Jahr 2010 – so sagen es viele Ökonomen – wird von einem Anstieg der Arbeitslosigkeit gekennzeichnet sein. Nachhaltige Belebung also erst 2011. Da Deutschlands Wirtschaftskraft knapp zur Hälfte am Export hängt, ist Deutschland in hohem Maße von der Weltwirtschaftsbelebung abhängig. Sollte es aufgrund kluger politischer Entscheidungen nur in diesem Land nach einer Abfederung zur Wirtschaftsbelebung führen, wird das die Kuh nicht vom Eis holen.

Man kann nur hoffen, dass die Vorhersagen heute genauso unpräzise und fatalistisch sind, wie sie das vor zwei Jahren waren, als von extremen Entwicklungen und tiefer Rezession die Sprache war. Alles in allem ging diese rezessive Phase sehr schnell und im Grunde ohne große Öffentlichkeit über die Bühne. Ich habe noch gut die Unterhaltungen im Ohr, wo von neuen Suppenküchen an der Straßenecke die Rede war.

Was hat Deutschland denn so vernünftig durch die Krise geführt? John Maynard Keynes war es! Er nicht persönlich, dafür ist er schon über 60 Jahre lang tot. Aber seine Wirtschaftstheorie. Kurz zusammengefasst lässt sich der Keynesianismus als John Maynard Keynes’ wirtschaftlichswissenschaftliche Grundposition in einem Satz zusammenfassen: der Staat muss in der Krise Geld ausgeben, um die Auswirkungen und die Krise selbst abzufedern.

Der Keynesianismus ist bei Volks- und Wirtschaftswissenschaftlern nicht sonderlich beliebt, da wenig liberal. Aber er hat in den Jahren 2008 und 2009 funktioniert. Zum Beispiel das Konjunkturpaket II des Bundes und des Landes Hessen (mit nochmals 1,6 Mrd. EUR) erreicht seinen direkten Effekt erst Ende 2009 und im Jahre 2010, da nachgelagert und eine Mehrzahl auf Aufträgen für Baumaßnahmen erst Ende 2009 erteilt wurden. So gesehen ist der Scheitelpunkt des staatlich verordneten Konjunkturpakets noch vor uns. Ein großer Effekt dieses Pakets ist eine nachhaltige Neuverschuldung in dreistelliger Milliardenhöhe in Euro.

Viele werden fragen, ob sich diese Investition gelohnt hat. Da man nur vermuten kann, was ohne diese Maßnahme geschehen wäre, ist es rein hypothetisch. Ökonomen vermuten, ohne diese staatliche Konjunkturstabilisierungshilfe wäre die Arbeitslosigkeit innerhalb weniger Monate von 3,4 auf 5,5 Mio. Menschen angestiegen. Viele Großbanken wären in große Schwierigkeiten gekommen, ggf. insolvent gegangen. Die Kreditvergabe – eine wichtige wirtschaftspolitische Steuerungsmaßnahme – ist derzeit sowieso nicht großartig ausgeprägt, wäre vermutlich zum Erliegen gekommen, da die Risikoabwägung in den meisten Fällen negativ gewesen wäre. Die Kosten dieser wenigen Beispiele – 100.000 Arbeitssuchende = 1 Mrd. Euro Sozialleistungen – hätten die Finanzhaushalte der Körperschaften vermutlich in gleichem, wenn nicht höherem Maße belastet. Die Phase der Wirtschaftserholung hätte sicherlich länger gedauert. Die Kurzarbeit hat vermutlich einen Arbeitslosigkeitsanstieg um 1,5 Mio. Menschen verhindert.

Einiges steht noch vor uns: Island ist schon pleite, Griechenland ist auf bestem Weg dorthin, mögliche Kreditausfälle treiben Deutschlands Finanzinstituten den Schweiß auf die Stirn. Noch ist die Krise nicht vorüber. Das Jahr 2010 ist ein Schlüsseljahr. Ohne Wirtschaftsbelebung und damit Wachstum ist die Gefahr groß, dass der bundesdeutsche Keynesianismus verpufft. Mit Wachstum und ordentlicher Nachfrage aus dem Ausland wird der deutsche Export wieder Rückgrat sein und unser Wohlstandsniveau erhalten.

Wer Interesse hat an John Maynard Keynes: http://de.wikipedia.org/wiki/John_Maynard_Keynes 

Beste Grüße

Marcus Reif

26. Dezember 2009

WordPress 2.9 bedeutet für mich eine Umstellung der MySQL-Datenbank von Version 4 auf 5

Bekam vor ein paar Tagen im Admin-Bereich meines WordPress-Blogs angezeigt, dass es eine neue Version gibt – 2.9! Wollte gleich installieren, da kam schon die Fehlermeldung, dass die Datenbankversion meiner MySQL nicht ausreichend ist. Nutzte eine Versionierung oberhalb 4.x bei meinem Provider 1&1. Den nun zu bitten, doch um einige Versiönchen sich zu steigern, kann ich mir sparen. Recht kurz und knapp steht dort im Hilfebereich, dass die Version 4 der MySQL nicht weitergepflegt wird, da die Version 5 die aktuelle ist. Für mich bedeutet es also, Weihnachten über an der Umstellung der Datenbank zu arbeiten. Das klappt relativ einfach, hier die Schritte:

  1. Datenbanksicherung der MySQL-Datenbank 4.x via PHPMyAdmin
  2. Import der gesicherten Datenbanktabellen aus der Version 4.x in die Version 5.x via PHPMyAdmin
  3. zusätzlich Datenexport innerhalb WordPress unter > Werkzeuge > Daten exportieren
  4. nun die wp_config.php angepasst und die neue Datenbank 5.x dort eingetragen
  5. sicherheitshalber die gesicherten Daten unter > Werkzeuge > Daten importieren in WordPress importiert
  6. Doubletten entfernt und
  7. seltsamerweise auch Umlaut- und Sonderzeichenfehler korrigieren müssen

Auf wordpress-deutschland.org gibt es eine gute Erläuterung hierzu: http://faq.wordpress-deutschland.org/wordpress-url-aendern/

Nun bin ich bei der WordPress-Version wieder à jour. Jetzt bräuchte ich mal wieder eine zündende Idee für den nächsten Beitrag.

Beste Grüße

Marcus Reif

19. Dezember 2009

Zeitungsverlage suchen ihre Zukunft in der "Freemium"-Strategie

Wenn Rupert Murdoch den Zeitungsverlegern seine Sicht der Zukunft schildert, hören viele zu. Mit mehr als 100 Zeitungen, die Herr Murdoch sein eigen nennt, ist er sicherlich eine Vordenker seiner Zunft.

Noch vor nicht allzu langer Zeit schwenkten die Zeitungen und Verlage um vom nicht umsetzbaren “Paid Content” zur freien Veröffentlichung aller Inhalte im Internet, inklusive der in den Printtiteln erschienen redaktionellen Inhalte. Das die Zahlungsbereitschaft für Inhalte im Internet mehr als gering ist, dürfte allen bekannt sein. Zu viele vergleichbare Inhalte gibt es woanders kostenfrei, weshalb also auf der einen Plattform dafür bezahlen? Ein Großteil aktueller Meldungen sind sowieso automatisch generierte Meldungen der Depeschendienste. Die gibt es bei nahezu unzählbaren Internetportalen.

Also geht es um hochwertigen Qualitätsjournalismus. Premiumklasse! Die Strategie dafür hat der amerikanische Bestsellerautor Chris Anderson in einem Wort zusammengefasst: “Freemium”. Eine Wortneuschöpfung aus Free und Premium. Also die Depeschennachrichten und Allerweltsmeldungen erscheinen weiterhin frei verfügbar und zugänglich auf dem Portal. Qualitätsinhalte werden kostenpflichtig sein. Wenn ich mir so anschaue, was heute schon als Bezahlinhalt verfügbar ist, so ist der Prozess doch sehr umständlich und wenig komfortabel.

Bevor nun also die Verleger und Zeitungen den geneigten Nutzer zur Kasse bitten, muss der Prozess so einfach, wie möglich gemacht werden. Wie man den Gazetten entnehmen kann, arbeiten die US-Verlage bereits an einem entsprechenden Bezahlsystem. Ich bin gespannt.

Beste Grüße

Marcus Reif