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31. Juli 2008

Welcher Artikel bedarf zuerst eines Kommentars?

Ypsilanti will es nun doch versuchen mit Rot-Gr?n-Dunkelrot. Nun gut. Alle Beschw?rungen helfen da wohl nichts. Gew?hlt ist gew?hlt. Soll sie mal machen. Dass sie ihr Wahlversprechen aufgrund evidenter Machtinteressen brechen will, wird man ihr und der SPD ?bel nehmen. Die Bayern-Wahl und die Bundestagswahl kommen! Alle Beteuerungen – von welchem SPD-F?hrungsmitglied auch immer – nichts mit “Der Linken” zu machen, werden ad absurdum gef?hrt. Selbst der rhetorische Kniff in eine “von den Linken tolerierten Minderheitsregierung” nimmt doch niemand ab. So unf?hig zu verstehen ist der W?hler nicht.

Und wenn mal der eine oder andere SPDler mutig seine Meinung kundtut, wird er geschasst. So steht es heute auf spiegel.de. Wolfgang Clement droht das Parteiausschlussverfahren. Auch das ist Werbung f?r Politik. Da brauchen sich die SPDler in Berlin nicht wundern, dass mehr Austritte als Eintritte verzeichnet werden. Gute Werbung sieht anders aus als Redeverbot, oktroyiertes Schweigen bei unpopul?ren sozialdemokratischen Themen.

Marcus Reif

25. Juli 2008

CDU überholt SPD als mitgliederstärkste Partei

Die Christdemokraten können triumphieren, für die Genossen ist es ein weiterer Rückschlag: Die CDU hat erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik mehr Parteimitglieder als die SPD. CDU-Generalsekretär Pofalla will die Zahlen am Montag offiziell vorstellen.

Das ist zwar ein Jubeln wert, doch sprechen die absoluten Zahlen der Mitgliedschaften beider großen Volksparteien von einer fortschreitenden Entpolitisierung der deutschen Gesellschaft.

Ende Mai lag die SPD mit 531.737 Mitgliedern noch knapp vor der CDU, mit damals 531.299. Der Verlust des letzten Monats bei der SPD bringt die CDU nun in Führung.

Bei einer gemeinsamen Mitgliederzählung der Unionsparteien hätten CDU und CSU schon länger die Nase vorn gehabt. Die bayerische Schwesterpartei zählte im April rund 167.000 Mitglieder. Das Problem der schwindenden Mitgliederzahl haben alle politischen Parteien: Nur die Linke konnte die Zahl nach dem Zusammenschluss von PDS und WASG steigern und kam Ende 2007 auf 72.000 Mitglieder. Die FDP hatte im April rund 64.400 Mitglieder, die Grünen hatten etwa 44.300.

Aber schlussendlich: alles Gute, liebe CDU, zur Führung!

Marcus Reif

23. Juli 2008

Xing-Stellenmarkt macht 1,96 Millionen EUR Umsatz

Der gesch?tzte Bernd Pitz hat in seinem Weblog einen sch?nen Beitrag geschrieben zum Erfolg des Online-Stellenmarkts auf xing.com. Diesen Beitrag m?chte ich euch nat?rlich nicht vorenthalten:

Gibt es erfolgreiche Gesch?ftsmodelle im Web 2.0? Gibt es heute schon wirtschaftlich erfolgreiche Communities? Xing ist ein (Ausnahme-)Beispiel. Dessen Halbjahresumsatz ist hat sich im ersten Halbjahr 2008 nicht nur auf fast 16 Mio. EUR verdoppelt und das Ergebnis mehr als verdreifacht. Nicht nur dank einer steigenden Anzahl von Premiummitgliedern, die pro Monat knapp 6 EUR bezahlen. Viel interessanter ist in meinen Augen, dass es Lars Hinrichs gelungen ist, innerhalb von Xing einen Online-Stellenmarkt zu etablieren, der im ersten Halbjahr bereits einen Umsatz von 1,96 Millionen EUR erwirtschaftet hat, so die heute ver?ffentlichten Zahlen. Diese Jobb?rse l?uft nahezu vollautomatisch und ohne Verk?ufer. Also: Ein Gro?teil des Umsatzes schl?gt direkt auf das Ergebnis durch. Und ein Stellenmarkt innerhalb eines Business-Netzwerkes hat unschlagbare Vorteile, die kein Wettbewerber so schnell aufholen kann.

Was ist das Besondere am Xing-Stellenmarkt, den es gerade mal seit einem Jahr gibt? Aus meiner Sicht mindestens vier Punkte:

  • Bereits auf meiner Startseite bekomme ich die zu mir passenden Stellen angezeigt. Je besser ich mein Profil (beruflicher Lebenslauf, Interessen, ?Ich biete?, ?Ich suche?) gepflegt habe, umso besser sind die Job-Empfehlungen.
    Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Wow, das passt meist verdammt gut
  • Xing erreicht mit seinem Stellenmarkt und dessen Pr?sentation auch diejenigen, die nur latent suchen. also jene, die Lust auf einen neuen Job haben, unzufrieden sind usw., aber noch nicht aktiv eine ?neue Herausforderung? suchen.
    Das ist bislang eine echte, vielleicht letzte St?rke von Print-Stellenanzeigen.
  • Xing hat den Stellenmarkt sehr clever in das Netzwerk eingebaut und nutzt die St?rken dieses Netzwerkes. Stellenanzeigen werden mir in jeder Jobb?rse angezeigt. Aber nur bei Xing sehe ich eine Person hinter (in diesem Fall: rechts neben) der Anzeige. Die Person ist ein Personalberater, ein Mitarbeiter aus der Personalabteilung des Unternehmens, ein sonstiger Mitarbeiter des Unternehmens oder – und jetzt wird es richtig spannend – mein k?nftiger Vorgesetzter. Von ihm sehe ich nicht nur Namen und BIld, sondern kann auf seinem Profil auch seinen beruflichen Lebenslauf anschauen, etwas ?ber seine Interessen lesen usw. Das finde ich schon beste Ans?tze f?r das Vorstellungsgespr?ch. Vor allem aber kann ich sehen, ob jemand aus meinem Netzwerk diese Person kennt. Und so kann ich ohne gro?e Recherche schon anfragen, ob der neue Chef ?was taugt?, ob die Firma wirklich so toll ist wie beschrieben usw.
    Das bietet mir – auch k?nftig – keine Online-Stellenb?rse, auch keine Tageszeitung oder Fachzeitschrift
  • Xing hat sein Preismodell an die Internet-Preismodelle angepasst, ohne zum Preisdr?cker zu werden. Abgerechnet werden 45 Cent pro Klick auf die Detailansicht der ?Anzeige?. Ein ?gutes? Stellenangebot in einer Online-Jobb?rse erreicht w?hrend seiner vier- bis sechsw?chigen Laufzeit auch so um die 500 Views, kostet dort 500 bis 700 EUR. Bei Xing l?sst sich aber sogar die Zahl der gew?nschten Views der Anzeige buchen und so die Schaltung der Anzeige verl?ngern. Das geht alles online und ohne Kontakt mit einem Verk?ufer, so wie wir es z.B. von Google AdWords gewohnt sind. Ergebnis: Ein hochprofitables Gesch?ft.

Beste Gr??e

Marcus Reif

22. Juli 2008

Und noch ein weiteres Mal mit dem Kopf gegen die Wand …

Gestern und heute steht es in den Gazetten: “Hessen-SPD: Freie Hand f?r Experiment mit der Linkspartei”.

War nicht letzte Woche noch davon zu lesen, dass der Parteinachsitzende Kurt Beck nicht “ein weiteres Mal mit dem gleichen Kopf gegen die gleiche Wand” laufen wollte? Wie ist dann die aktuelle Ansage zu verstehen? Frau Ypsilanti hat doch eindrucksvoll gezeigt, dass ihre Reihen nicht geschlossen sind und nicht jeder ihre Einsch?tzung eines rot-dunkelrot-gr?nen B?ndnisses teilt. Wohin soll das also f?hren? Ein weiterer Schritt hin zu einem pers?nlichen und leider auch politischen Fiaskos?

F?r die Politik an sich kann dies nicht f?rderlich sein. F?r ein besseres Verst?ndnis der Politik und den Aufbau von Vertrauen g?be es sicherlich bessere M?glichkeiten.

Marcus Reif