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7. Februar 2010

“Unboxing” des neuen 27″ iMacs

Am Donnerstag kam der neue iMac. Endlich, waren schlappe 5 Wochen Lieferzeit. Aber nun ist er da, das 27″-Schmuckstück. Das bedeutet für mich ein Abschied von Windows 7 – zumindest von der Hardware. Installiere gerade eine Windows-7-virtuelle Maschine unter Parallels, damit meine alten E-Mails (Outlook-PSTs) noch irgendwo recherchierbar sind. Hier die Bilder vom Unboxing:

Schwer ist er. Groß ist er.

Bin völlig irritiert. Genau ein Kabel war dabei – das Stromversorgungskabel!

Und da steht er nun. In Gesellschaft seines kleinen Bruders, ein 24″-iMac, einem Macbook und dem aktuellen Dell-XPS-Notebook, bei dem ich gerade die Daten rübersende.

Beste Grüße

Marcus Reif

4. Februar 2010

Monster kauf Hotjobs für 225 Mio. US-$ von Yahoo!

Lese heute Morgen bei Gerhard Kenk auf crosswater-systems.com,  dass Monster den US-Wettbewerber Hotjobs für 225 Mio. US-$ von Yahoo kauft. Dass Monster oder wahlweise Careerjobs auf Akquisetour waren, hatte ich vor zwei Jahren schon geschrieben. Bei einem dieser Verhandlungen durfte ich eine klitzekleine Rolle spielen. Aber dann kam die Finanz- und Wirtschaftskrise, was vorzeitige und risikobehaftete Akquisitionen erst mal aufschob.

Eine Investition in Yahoos Hotjobs ist sicherlich nicht falsch. Vermute, dass vor zwei Jahren für die gleiche Transaktion ein Betrag von weit mehr als 600 Mio. US-$ geflossen wären. Man sieht, dass die Geschäftsmodelle der Onlinestellenmärkte extrem konjunkturabhängig sind. Die Krise führt dies vor Augen, was die negativen Attribute dieser Abhängigkeit direkt einpreist.

Die 225 Mio. US-$ bezahlt Monster in Bar, darüber hinaus wird zwischen Yahoo! und Monster eine über mehrere Jahre dauernde Medienkooperation geschlossen. Hier liefert der neue Eigentümer Monster die Jobsuchmaschine für Yahoo! 

Ich erinnere mich gut daran. Zu meiner damaligen Zeit bei der F.A.Z. gab es Verhandlungen und Gezerre, wer Hotjobs kaufen durfte. Gab im Juni 2001 Berichte, ob TMP Worldwide, die damalige Mutter von Monster, Hotjobs für 460 Mio. US-$ kaufen würde. Damals war Hotjobs die Nr. 2 auf dem amerikanischen Markt. Die New-York-Times berichtete dazu und berichtete von 15%iger Personalkürzung bei Hotjobs – Auswirkungen aus der damaligen Krise. Als im Februar 2002 die Übernahme von Hotjobs durch Yahoo! endlich durch war, wurde Daniel Finnegan zum “Senior Vice President” von Yahoo! und zum “Executive Vice President” und Geschäftsführer von HotJobs ernannt. Auch im Januar 2008 wurde spekuliert, ob Rubert Murdoch Hotjobs kauft. Hatte dazu geschrieben:

Neben Murdoch wird auch Yahoo ein Interesse an Monster.com nachgesagt, um sein eigenes Online-Angebot HotJobs zu verstärken. Monster selbst hat sich am Vortag nach einem Bericht von Telecom Paper durch die Übernahme von Affinity Labs verstärkt. Quelle: it-times.de

Gerhard Kenk spricht die richtigen Themen an. Monster übernahm Jobpilot von der damaligen Mutter Adecco und hat bis heute keine konsequente und nachhaltige Strategie. Bis auf den heutigen Tag laufen beide Portale parallel, sogar mit teilweise unterschiedlichen Anzeigen von einzelnen Kunden. In der Regel ist aber aller Content gespiegelt.

Nun sieht man die mangelnde strategische Ausrichtung von Monster mit Jobpilot, weil der Markt Deutschland als speziell gilt. Man könnte vermuten, dass die Amerikaner da weniger lang zögern. Ich bin auf die Entwicklung gespannt.

Beste Grüße

Marcus Reif

1. Februar 2010

Darf eine Regierung illegal beschaffte Daten von Steuersündern kaufen?

Da wird seit Tagen die Zeitungen, Radio- und TV-Nachrichtensendungen hoch und runter diskutiert, ob Bundesminister Schäuble eine CD mit Daten von Steuersündern für 2,5 Mio. Euro kaufen darf. Angeblich sind das 1.500 Adressen von Steuersündern, die ein Konto in der Schweiz haben. Ebenfalls angeblich sind diese Daten aus dem Hause der HSBC-Bank, andere Zeitungen berichten, sie kämen von der schweizer UBS-Bank. Die Frage ist allerdings nicht, ob Bundesminister Schäuble die CD kaufen soll oder nicht, wie nun von allerlei Politikern gefordert wird, sondern ob eine Regierung konkludent illegal handelt, wenn sie illegal beschaffte Daten erwirbt. Natürlich dienen die Daten dem Fiskus, um Steuersünder zu überführen. Das ist nicht die Frage.

Laut Zeitungsberichten übergab der Mann den Steuerfahndern Stichprobenmaterial. Die überprüften fünf Fälle hätten ergeben, dass eine Steuernachzahlung in Höhe von jeweils einer halben Million Euro fällig wäre. Die Ermittler schätzten, dass die Unterlagen rund 100 Millionen Euro in die Staatskasse spülen könnten.

CDU-Fraktionschef Volker Kauder sagte dazu: “Wenn der Staat für aus Verbrechen erlangte Daten Geld zahle, sei das Risiko groß, dass er damit zu weiteren Straftaten ermuntere”. Das ist faktisch so und sollte berücksichtigt werden. Der Staat würde sich durch den Ankauf erpressbar machen. Und obendrein macht er sich der Hehlerei schuldig.

Das alles kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Einnahmen durch die Überführung der Steuersünder dem Staat gut stehen würden. Ein Aufruf im Sinne von “wir haben bald die Daten, bitte in den nächsten zwei Wochen eine Selbstanzeige machen” könnte nicht schaden.

Also die Entscheidung, die politisch nun zu treffen ist, darf mehr abwägen als das Wetzen der Messer über die vermutlich 1.500 Steuersünder.

Beste Grüße

Marcus Reif

30. Januar 2010

Interview im Höchster Kreisblatt zur Revision gegen Flughafen-Urteil: »Gefahren müssen wir ernst nehmen«

Heute am Samstag, dem 30. Januar 2010, ist ein Interview mit mir im Höchster Kreisblatt erschienen. Geht um die Revision des Landes Hessen gegen das Urteil des hessischen Verwaltungsgerichtshofs in Kassel zum Ausbau des Frankfurter Flughafens. Der Artikel ist auch online verfügbar auf kreisblatt.de. Hier ein kurzer Screenshot (mit Klick kann man ihn auch größer anschauen):  

  

Das Interview hier noch mal in Textform:

Die Revision zum Flughafenurteil sowie die Ablehnung einer Gesundheitsstudie über die Belastunen durch den Flugverkehr: Was hält die Flörsheimer CDU eigentlich von den Entscheidungen «ihrer» schwarz-gelben Landesregierung? Das HK fragte dazu den örtlichen CDU-Fraktions- und Parteivorsitzenden Marcus Reif.

Was glauben Sie, wie die aktuellen Chancen der juristischen Verfahren sind?

MARCUS REIF: Der juristische Weg ist noch nicht zu Ende. Wir werden ihn, wie schon immer von der Flörsheimer CDU vertreten, auch weiterhin konsequent beschreiten. Wir brauchen im Interesse der Menschen in unsere Stadt Klarheit über die Flörsheimer Situation. Im Übrigen sind die Klage der Stadt und die 23 Musterklagen des Vereins Für Flörsheim vor dem Verwaltungsgerichtshof in Kassel noch gar nicht entschieden. Aber, machen wir uns nichts vor: Die Chancen, den Bau der Nord-West-Landebahn noch zu verhindern, sind nicht allzu groß, aber wir haben gute Argumente, ein absolutes Nachtflugverbot für die Region erreichen zu können. Vieles spricht dafür.

War die Entscheidung der Landesregierung richtig, Revision einzulegen?

REIF: Niemand versteht deren Beweggründe so genau. Deshalb verstehe ich die Angst vieler, die befürchten, über den Tisch gezogen zu werden. Ich bin kein Jurist und kann von daher die juristischen Beweggründe nicht darlegen. Aber klar ist doch eines: Wir leben hier und möchten zumindest in der Nacht Ruhe haben. Dieses Ergebnis der Mediation muss auch am Ende eines Revisionsverfahrens stehen – dafür werden wir kämpfen.

Spielt die Studie von Professor Dr. Greiser zu Gesundheitsgefahren durch Fluglärm bei Ihnen überhaupt eine Rolle?

REIF: Ich habe mir die Studie von Professor Dr. Greiser nach seinem Vortrag beim Verein Für Flörsheim besorgt und gelesen. Die Studie selbst ist aussagekräftig und niemand wird ernsthaft deren Ergebnisse anzweifeln. Die Studie gibt also wichtige Ansatzpunkte auch für unsere Region und könnte nun durch epidemiologische Langzeitstudien auf Rhein-Main vertieft werden, eine Forderung die von der Flörsheimer CDU bereits nachweislich seit dem Jahr 2001 vertreten wird. Ein absolutes Nachtflugverbot über Flörsheim sichert sechs Stunden Schlaf. Aber was ist im Sommer, wenn wir im Garten sitzen wollen oder draußen sind? Da hilft weder ein Nachtflugverbot noch ein Casa-Programm. Die Gesundheitsgefahren müssen ernst genommen werden.

Wie sehen Sie die Zukunft Flörsheims nach dem Flughafenausbau?

REIF: Flörsheim ist für viele Heimat und Zuhause. Dieses Gefühl wird der Ausbau nicht verändern. Wir haben eine Chance, den wunderbaren Charakter dieser Stadt zu erhalten. Flörsheim mit seinem attraktiven Schulangebot und der zentralen Lage im Dreieck Frankfurt-Mainz-Wiesbaden lud in den letzten Jahren viele Neubürger ein, sich hier niederzulassen. Unser sehr aufwendiges Kinderbetreuungsangebot ist vorbildlich, die engagierte Arbeit im Ehrenamt der über 100 Vereine rundet dies ab. All das wollen wir erhalten und dafür setzen wir uns als CDU ein.

Abschließende Frage: Wie sehen Sie die Entscheidung der Landesregierung unter Führung ihres Parteifreundes und Ministerpräsident Roland Koch zur Nord-West-Landebahn?

REIF: Ich hätte mir eine andere Option gewünscht. Diese Option ist – bei allem Respekt – für unsere Stadt eine schwere Hypothek.